Tai Chi Chuan und Chi Kung


Der klassische Yang Stil

Heutzutage ist der Yang Stil von Yang Lu Chan über die Welt am meisten verbreitet. Tai Chi Chuan/Taijiquan wurde berühmt dafür die Schwachen zu stärken, die Kranken wieder zu genesen und die Hilflosen zu schützen. Gesundheit, Kraft und langes Leben sind die traditionellen Ziele des Trainings. Daher sollte die Trainingsintensität an das Alter und den Gesundheitszustand angepaßt werden. Tiere und Pflanzen gaben die Inspiration zu Standübungen und Bewegungstraining. Die „langsame, fließende Hand-Form“ des Tai Chi gibt es in kurzen und langen Varianten. Sie wird durch (Chi Kung/Qi Gong)- Übungen ergänzt. So verbinden sich heilgymnastische und meditative Elemente. Unter den Kampfkünsten ist das Tai Chi Chuan/Taijiquan den „inneren Stilen“ zuzurechnen. Im Westen wurde es als Schattenboxen bekannt, da man sich beim Üben der Form mit imaginären Gegnern beschäftigen kann. Allerdingsfunktioniert auch dieses mentale Training besser, wenn man mit lebenden Partnern Reaktion, Sensitivität und Anpassungsfähigkeit trainiert hat. Tai Chi Chuan/Taijiquan entwickelt ebenso wie die anderen inneren Stile Chinas, das Bagua Chuan und das Xing Yi Chuan innere Kraft (Chin), einen langen Atem (Qi) und eine gesteigerte Achtsamkeit (Shen).

Chi Kung / Qi Gong

Chi Kung bedeutet den Fluss der Lebenskraft (Qi) bewusst zu lenken. Die Analogie des Flusses ist in diesem Zusammenhang vielsagend. Das Wasser entspringt einem unsichtbaren Quell, wie auch die Lebensenergie (Qi) dem Anfänger zunächst nicht direkt zugänglich scheint. Bei zunehmendem Training des Chi Kung/Qi Gong ergeben sich viele Wahrnehmungen die zunächst so schwankend sind wie der Mittellauf eines Flusses. Nach einigen Jahren wird die geistige Führung der Energie (Qi) ruhig, klar und stark. Nun kann man trainieren mittels der Lebensenergie (Qi) zu heilen. Das längere und bewusste Training innerer Energiebewegungen im Sitzen, Gehen oder Stehen bessert die Atmung, den Blutkreislauf, die Versorgung der Organe und die Beweglichkeit der Glieder. In jedem Fall handelt es sich um ein System von Übungen, welches sehr leicht in den Alltag zu integrieren ist.

Liegen wie ein Wachhund

Im Liegen geht der Mensch am leichtesten in den Schlaf über. Da es schwierig ist, in dieser Position wach und bewusst zu bleiben, wird sie nur sleten zum Training verwandt. Dennoch ist die Position für geschwächte oder krebskranke Menschen geeignet, mittels Chi Kung/Qi Gong wenigstens etwas neue Lebensenergie (Qi) zu gewinnen. Das ist die Grundlage einer jeden Heilung und Linderung. Das Beispiel des schlafenden Berglöwen soll verdeutlichen wie ihr Körper ruht, während ihre Sinne nach innen gerichtet aufmerksam bleiben. Menschen mit vielerlei Schlafstörungen finden durch die Methoden der chinesischen Medizin wieder einen erholsamen Schlaf!

Sitzen wie ein Berg

Beim meditativen Sitzen bleibt der Körper äußerlich ruhig und stabil aufgerichtet wie ein Berg. Der Atem bewegt sich frei und leicht wie die Wolken die über den Bergrücken ziehen. Tiefe Entspannung bei freier Atmung erlaubt dem Geist Ruhe zu finden und sich auf sich selbst zu beziehen. Frei von Ablenkungen entsteht innere Stille! Diese hilft einen offenen Geisteszustand zu erreichen, der mit der Analogie des wolkenfreien Himmels über den Berggipfeln beschrieben wird.

Stehen wie ein Baum

Das Prinzip des Wurzeln und Wachsen wird aus der Natur auf den menschlichen Körper übertragen, wobei die Auseinandersetzung mit der Schwerkraft eine besondere Rolle spielt. Alle Kampfkunstsysteme üben neben Schritten und Sprüngen den Stand. Bei inneren Kampfkünsten wie Tai Chi Chuan, Xing Yi Chuan und Ba Gua Chuan wird das Stehen wie ein Baum besonders betont! Der Nabel ist nicht nur rechnerisch die Mitte des Körpers. Wie bei Baumsamen entwickeln sich von hier die Gefühle des Verwurzeln über Hüfte, Beine und Füße, währen das Aufrichten der Wirbelsäule als Wachsen erlebt wird. Dabei öffnen sich Schultern, Arme und Hände wie die Zweige und das Blattwerk. Das öffnen der Blüten steht in Analogie zum Punkt Bai Hui oder „himmlische Öffnung“ hinter der ehemaligen Fontanelle. Das System des Zhang Zhuang Chi Kung wird mit „Stehen wie ein Baum“ oder „Pfahl-Stehen“ übersetzt. Diese Übung richtet die Leitbahnen der Energie (Qi) aus und regt ihren Fluss an.

Sich bewegen wie Wasser

Die Bewegungen des Tai Chi (Taiji) oder Chi Kung (Qi Gong) erfolgen langsam und mittels bewusster Energieführung. Bei Bewegungsmangel wird der Körper wie altes Holz: unbeweglich und hart. Die anmutigen und leicht zu erlernenden Übungen steigern Beweglichkeit und Entspannung. Wie frisches Wasser durch Bewegung voller Lebenskraft ist und durch Bewegungslosigkeit schal wird, reagiert auch der Mensch auf innere und äußere Bewegungen der Lebenskraft! Wie das junge Holz zeigt auch der Körper eines Geübten Zeichen von Jugendlichkeit und Frische, Beweglichkeit und Standfestigkeit bis ins hohe Alter.

Inhalt und Organisation des Unterrichts

Sie sind immer herzlich willkommen zu einer kostenfreien Schnupperstunde. Alle Lehrbeauftragten haben mindestens 5, oft auch 10 Jahre täglich mindestens eine halbe Stunde geübt. Ich selbst habe 1983 mit dem Tai Chi Chuan begonnen, weil ich aufgrund von Rückenschmerzen zeitweise bereits nach 20 Minuten Autofahrt humpelnd aus dem Wagen steigen musste. Bis heute gab es allerdings nie die prophezeiten Operationen. Statt dessen bin ich schmerzfrei und gesund! Um auch ihnen zu helfen, Stress abzubauen und ein angenehmes Körpergefühl zu entwickeln, gibt es einige Möglichkeiten. Die Basis des Unterrichtes ist das Chi Kung. Die Zeiteinheit von 30 Minuten überfordert auch ältere Personen (70 Jahre und älter) nicht. Hier lernen Sie gezielte Atem- und Dehnübungen die sich leicht zu Hause erinnern lassen.
Die nächste Herausforderung stellt die faszinierende langsame Form des Tai Chi Chuan. Sie erlernen sie im wöchentlichen Rhythmus bei einer Unterrichtsdauer von 60 Minuten. Um die Kurzform zu beherrschen benötigen Sie 3 Monate, für die lange Form bereits 15 Monate.
Später steht Ihnen das gesamte Repertoir des Tai Chi Chuan offen. Partnerübungen werden auf chinesich San Shou, Tui Shu oder Da Lu genannt. Die klassischen Waffenformen benutzen den Säbel, das Schwert und den langen Stock. Was sich im einzelnen dahinter verbirgt, erfahren sie vor Ort!
Wenn Sie mehrmals in der Woche trainieren wollen, ist das nach Absprache möglich.
Um eine ungezwungene und freundschaftliche Atmosphäre zu ermöglichen, verwenden wir im Unterricht das „Du“ und sprechen uns beim Vornamen an.

Literatur

Obwohl niemand je Tai Chi Chuan allein aus Büchern erlernen konnte, gibt uns die Literatur doch immer wieder Anregungen:

Qi Gong und I Ging, Dietrich Rowek, Joy-Verlag

Yang Shou Chung, Die praktische Seite des Tai Chi Chuan, Stephan Hagen, Kolibri Verlag

Das Wesen des Taiji-Quan, Stuart Olsen, Aurum Verlag

Tao – Sport: Denkender Körper – tanzender Geist, Huang/Lynch, Bauer – Verlag

Buddha und die Liebe, Ole Nydahl, Knaur Verlag

Vom Reichtum des Geistes, Ole Nydahl, Knaur Verlag

Das Tao der Sexualität, Stephen T. Chang, Ulstein - Verlag

Die 5 – Elemente Küche für jeden Tag, Gabi Klinger und Christina Duve, BLV Buchverlag

Die Heilkunst der Chinesen, Barbara Kirschbaum und Ilona Daiker, Rowohlt Verlag

Born to run, Christopher McDougall

Die Kraft der inneren Kampfkünste und des Chi: Kampf und Energietechniken im Ba Gua, Tai Chi und Hsing-I von Bruce Kumar Francis

Es gibt keine Geheimnisse von Wolfe Lowenthal

Schiebende Hände: Die kämpferische Seite des Taijiquan von Jan Silberstorff



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Der Titel "Heilpraktiker" ist eine in Deutschland nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) vom 17.02.1939 erteilte Berufsbezeichnung. Über den Antrag auf Erteilung entscheidet nach der Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz (DVO) vom 18.02.1939 die untere Verwaltungsbehörde.
Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung wurde vom Oberkreisdirektor des Gesundheitsamtes Schwelm im Ennepe-Ruhr Kreis am 03.03.1989 erteilt.
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Fachverband Deutscher Heilpraktiker Bundesverband e.V einzusehen.